Da sich die besseren Adressen in dieser Gegend preislich immer mehr nach Frankreich und der Schweiz orientieren, ist ein bezahlbares Lokal, das dennoch die Qualität hochhält, geradezu einen Wohltat. Unkonventionelle Genussmenschen fast jeden Alters, die auf den Euro achten, haben das Taberna entdeckt und gleich zu ihrer bevorzugten Kantine erkoren.

Die Lage am Marktplatz entlang des rauschenden“ Bächle“ ist idyllisch: Im verglasten Vorbau, dessen wenige Tische besonders begehrt sind, sitzt man gleichsam mit den Füßen im Wasser  im Innern des hübschen Altstadt-Hauses schafft ein lauschiges Gewölbe mit sehr schlichtem, aber stilvollem Holzmobiliar auf zünftigem Dielenboden Wohlgefühl.

Zu der sehr entspannten Osteria-Atmosphäre passt die me-diterrane Ausstrahlung einer Küche, die keine Scheu-klappen kennt. Der deutsche Koch, Torsten Jauch, plaudert während der Arbeit gern mit seinen Gästen, ohne deshalb am Herd den Überblick zu verlieren. Er hat spanische Tapas genauso im Angebot wie Gulasch mit Pasta, Spaghetti mit Pulpo, mit Blutwurst gefüllte Ravioli oder Entrecote auf Kichererbsen.

Seine toskanischen Kutteln ( 4€ ) sind cucina casalinga vom Feinsten, sein Rochenflügel auf Orangenrisotto ( 15 € ) ist eine aromatische Überraschung. Frische Zutaten und herz-hafte Würze bestimmen durchweg das Geschmacksbild, bloß der Käseteller und die Desserts könnten ein bisschen origineller sein. Unsere Kochmütze würde den Chef ver-mutlich nur genieren, trotzdem stellen wir sie ihm in Aussicht, wenn er so engagiert weitermacht.

Das Taberna betreibt auch einen Weinhandel, wovon seine mitunter recht trinkfeste Klientel umfassend profitiert. Die regionalen Gewächse, besonders die aus dem Markgräfler Land, das man auch die badische Toskana nennt, erweisen sich immer wieder als angenehme Essensbegleiter, die ihren transalpinen Geschwistern kaum nachstehen.

Der Service muss viel rennen und wirkt zuweilen genervt  ein Quäntchen südländisches Phlegma wäre vielleicht ganz angebracht.